Pressemitteilung
Ein besseres Leben für 150'000 Menschen: Studie belegt Wirkung der

21.03.2025, Zürich/Guangua (ots) - Die Stiftung Menschen für Menschen beendet nach neun Jahren das Entwicklungsprojekt in den Bezirken Abaya und Gelana in Südäthiopien. 150'000 Menschen konnten ihre Lebensbedingungen verbessern. Eine unabhängige Studie bestätigt die nachhaltigen Erfolge. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nun in einem neuen Projekt umgesetzt: Im benachbarten Bezirk Raphe ist die Armut ähnlich gross wie zu Beginn des Projekts in Abaya und Gelana. Dort haben 90 Prozent der Familien nicht genug zu essen.
Im Dorf Kelaltu, an einer Lehmstrasse und zwischen hohen Bäumen, hat Petros Yonte, 30, sein Haus gebaut. Es duckt sich nicht wie die Rundhütte seines Vaters daneben, in der sich die Hitze unter dem Grasdach staut. Petros Haus ist luftig, mit hohen Wänden. Vor dem Regen schützt ein solides Dach aus Blech. Das Haus ist ein Zeichen für Petros Yontes erstaunlichen Aufstieg in kurzer Zeit.
Nach der neunten Klasse musste er den Unterricht abbrechen. Sein Vater sagte, es gebe kein Geld für die weiterführende Schule. Der Teenager wurde freier Mitarbeiter bei einem Viehhändler, schaute auf den wöchentlichen Märkten nach Ziegen und Schafen, verhandelte mit den Bauern den Preis und bekam dafür vom Händler eine - viel zu kleine - Kommission. Die kleinen Kommissionen flossen zur Gänze in Lebensmittel für die Familie. An Kapital für einen eigenen Ziegenhandel zu kommen, war für Petros utopisch. Bei Banken bekam er keinen Kredit: Petros hatte keine Perspektiven.
Doch dann baute
Der Durchbruch kam nach zwei Jahren. Ein anderer Händler sah, wie Petros Yonte geschickt mit Kleinvieh handelte. Der Kollege schlug vor, wöchentlich einen grossen Lastwagen zu mieten und gemeinsam rund 100 Ziegen und Schafe in die Hauptstadt zu exportieren, wo die Preise deutlich besser sind. Nach Abzug aller Kosten bleibt Petros Yonte ein Gewinn von 175 Franken pro Woche - mehr als die Hälfte der ursprünglichen Kreditsumme, mit der er sein Geschäft beginnen konnte. Mit Teilen des Gewinns hat er eine Kuh gekauft. Er hat ein Feld erworben, dort pflanzt er Zuckerrüben und Peperoncini unter Kaffeesträuchern.
Evaluation bestätigt Erfolge
Dass die Geschichte von Petros Yonte kein Einzelfall ist,
belegt jetzt eine Evaluation der neunjährigen Intervention in den Bezirken Abaya und Gelana.
"Die Unterstützung ist darauf ausgelegt, den Menschen Wissen und Ressourcen zu vermitteln, damit sie allein auf eigenen Beinen stehen können", erklärt Co-Geschäftsführer Claudio Capaul. "Wir bleiben nur so lange, bis die Strukturen stehen - dann können die Menschen allein weitermachen."
Zum Abschluss beauftragte die Stiftung Gillo Consult mit einer Evaluation. Das Team des Gutachterbüros befragte 412 Familien und führte Gespräche mit Behördenvertretern, Frauengruppen und Gemeindeältesten. Es zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Lebensbedingungen. Der Anteil der Haushalte mit Vieh stieg von 17 auf 95 Prozent. Die Quote der Ehepaare, die Angebote zur Familienplanung nutzen, stieg innerhalb von drei Jahren von 47 auf 57 Prozent. In den Spargruppen haben jetzt 97 Prozent der Frauen Zugang zu Mikrokrediten (früher 18 Prozent). 65 Prozent der Familien konnten zumindest kleine Rücklagen für Notfälle bilden - früher waren es nur neun Prozent. "Das Projekt hat das Wohlergehen der Gemeinden nachhaltig verbessert", urteilen die Gutachter. "Die Fortschritte wirken also weiter", freut sich Co-Geschäftsführer Capaul. "Weil die Menschen jetzt das Wissen haben, um für sich selbst sorgen zu können."
Besonders die
Förderung von Frauen war zentraler Bestandteil. In 31 Dörfern wurden genossenschaftliche Spargruppen
mit jeweils rund 100 Mitgliedern aufgebaut. Ende 2024 schlossen sich diese Gruppen zu einem
Dachverband zusammen. In der Kleinstadt Gangua stellte
Neues Projekt in Nachbarbezirk Raphe
Die Gutachter empfehlen, die Kompetenzentwicklung der Menschen
und die Selbstermächtigung von Frauen noch mehr in den Fokus zu nehmen. "Diese Empfehlungen
werden wir im neuen Projekt im benachbarten Bezirk Raphe umsetzen", betont Claudio Capaul. Raphe
steht vor ähnlichen Herausforderungen wie Abaya und Gelana vor neun Jahren: Der Bezirk ist etwa so
gross wie der Kanton Appenzell Innerrhoden, hat aber sechsmal so viele Einwohner. 98'000 Menschen
leben hier in meist grosser Armut. Nur wenige Haushalte haben Zugang zu sauberem Wasser. Besonders
Kinder werden krank. Die Familien besitzen nur winzige Äcker - neun von zehn Familien leiden viele
Monate im Jahr an Nahrungsmangel. "Deshalb will
Petros Yonte, der
junge Viehhändler und Vater dreier Töchter in Abaya, braucht keine Hilfe von aussen mehr. Er plant, sein
Geschäft weiter auszubauen. Ausserdem ist er sich einer besonderen Armutsgefahr bewusst: "In der
Nachbarschaft sehe ich, dass kinderreiche Familien ihre Kinder nicht ernähren können. Und wenn sie
erwachsen werden, fehlen ihnen jegliche Ressourcen, um sich etwas aufzubauen", erklärt er. In einer
Veranstaltung von
Spendenkonto:
Postkonto 90-700 000-4
IBAN: CH97 0900 0000 9070 0000 4
Online
spenden:
Für zusätzliche Informationen oder Interviews mit Experten wenden Sie sich bitte an:
Michael
Kesselring |
--- ENDE Pressemitteilung Ein besseres Leben für 150'000 Menschen: Studie belegt Wirkung der ---
Über Stiftung Menschen für Menschen - Karlheinz Böhms
Menschen für Menschen setzt sich gegen Armut und Hunger ein. Die Stiftung wurde von dem Schauspieler Karlheinz Böhm (1928 - 2014) gegründet.
Im Geiste des Gründers schafft das Schweizer Hilfswerk Lebensperspektiven für die ärmsten Familien in Äthiopien. Ziel der Arbeit ist es, dass sie in ihrer Heimat menschenwürdig leben können.
Schwerpunkte der einzelnen Projekte sind Frauenförderung, Berufsbildung, Mikrokredite, Kinderhilfe, Familienplanung und landwirtschaftliche Entwicklung. Die Komponenten werden nach den lokalen Bedürfnissen kombiniert und mit sorgfältig ausgewählten einheimischen Partnern umgesetzt.
Quellen:


Offizieller News-Partner:







TOP NEWS - powered by Help.ch |
Sanktionen gegen ISIL, Al-Qaida und die Taliban: Die Schweiz teilt Sanktionsregime auf Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF, 21.03.2025 Gesundheit im Alter: Teilnehmende für Pilotstudie gesucht - Pro Senectute Pro Senectute, 21.03.2025 KrebsInfo: Neuer Name zum Jubiläum des Krebstelefons Krebsliga Schweiz, 21.03.2025 |
Aktueller Jackpot: CHF 1'659'202